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Mehr als ein Lager: Schweiss, Gemeinschaft und Gottes Wirken

  • 1. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

JME-Einsatz Rumänien 2026 


Anreise

Am Donnerstagmorgen um fünf Uhr startete unsere Reise in Steffisburg. Noch war es dunkel und die Augen müde, doch die Vorfreude auf das, was vor uns lag, war deutlich spürbar. Ziel: Rumänien. Nach rund elf Stunden Fahrt, bei der wir Zeit hatten uns kennen zu lernen und über viele Themen auszutauschen, erreichten wir Györ in Ungarn, wo wir unsere erste Nacht verbrachten. 

Am nächsten Tag trafen wir nachmittags in Saliste ein. Kaum waren unsere Zimmer besichtigt, spielten schon einige Volleyball, Fussball oder Fangis.  Als die Glocke läutete, wussten wir, dass es Abendessen gibt.



Nach dem Essen versammelten wir uns in der Mehrzweckhalle, um mit den rumänischen Teilnehmern zu singen, zu beten und das Lager offiziell zu eröffnen. Um uns untereinander besser kennenzulernen, spielten wir das „Präsidenten-Spiel“. Wir sassen im Kreis, vier Personen nahmen vorne auf den sogenannten Präsidentenstühlen Platz und ein Stuhl im Kreis blieb leer. Mädchen gegen Jungen. Jede Person hatte einen fremden Namen gezogen, den sie vertrat. Ziel war es, die eigenen Geschlechter auf den Präsidentenstühlen zu sammeln. Die Person rechts neben dem leeren Stuhl rief einen Namen, zum Beispiel „Anna“. Diese Person musste sich dann auf den freien Stuhl setzen – und dabei wurden die Namenszettel getauscht. So wusste man irgendwann zwar genau, wer gerade „Anna“ war … nur noch nicht, wie Anna aussah. 

Mit etwas Taktik (und viel Chaos) versuchten die Jungen, die Mädchen von den Präsidentenstühlen zu verdrängen – und umgekehrt. Ein sehr witziges Spiel. Auch sonst gehörten Spiele bis spät am Abend zum täglichen Programm. 


Ausflug zum Balea Lac

Am Samstag machten wir uns bereit für eine Wanderung. Ziel war der Gebirgssee «Bâlea Lac», eine rumänische Sehenswürdigkeit. Schon auf der Fahrt auf den Pass hofften einige von uns, einen Bären zu sehen zu bekommen, was uns jedoch verwehrt blieb. Nach etwa zwei Stunden Wanderung zeigte sich, dass der See vollständig vom Nebel verdeckt war. Trotz dieser Enttäuschung war die Wanderung für uns ein gelungenes Erlebnis. Die Bewegung, die Umgebung und das gemeinsame Unterwegssein machten den Ausflug trotzdem zu etwas Besonderem. 

Am Abend folgte ein geistlicher Input, bevor der Tag mit verschiedenen Spielen ausklang. Einige spielten Unihockey, andere Tischtennis oder Billard.



Gemeinde

Am Sonntag besuchten wir eine Pfingstgemeinde in Cristian. Da wird viel, laut und gerne gesungen und musiziert, wie an einem grossen Konzert, nur eben in einem kleinen Raum. Wir durften sechs Lieder singen und so Teil dieser lebendigen Gemeinde sein. 

Nach dem Mittagessen gings sportlich weiter mit Unihockey, Volleyball oder ruhiger mit spannenden Gesprächen an der Sonne.  

Am Abend fuhren wir in die nahegelegene Stadt Sibiu, genossen ein legendäres Essen im Jacob House-Restaurant und erkundeten danach die wunderschöne Altstadt. Der Charme von Sibiu kommt nachts, wenn die weissen Häuser beleuchtet sind, besonders zum Ausdruck. Ein Dessert im Café Wien bildete den perfekten Abschluss von diesem bereichernden und erfüllenden Tag.



Praktischer Einsatz auf der Baustelle

Ab Montag hiess es dann: Ärmel hochkrempeln und die Arbeitshosen satteln. Der Betonlastwagen liess sich Zeit, er war eigentlich für halb Neun angekündigt. Also nutzten wir die Zeit für einen spontanen Abstecher auf den lokalen Märit. Da es regnete, war da aber eher wenig los. Als der Lastwagen um 11.30 Uhr schliesslich kam, ging es  endlich los mit betonieren. 

Nach einem kurzen Mittagessen arbeiteten wir weiter. Während einige das frisch gegossene Fundament für das zukünftige Mitarbeiterhaus ausglichen, nutzen andere den restlichen Beton, um noch einen Schacht zu begradigen. Die Baustelle blieb in Bewegung - und mit ihr auch wir.  

Später mähten wir noch das gesamte Gelände mit Rasentraktoren, Rasenmähern und Rasentrimmern. Zwei mechanisch begabte Teilnehmer konnten in dieser Zeit Winterreifen montieren und einen Anhänger reparieren. 

Jeder half dort mit, wo er seine Gaben am besten einsetzen konnte.

Am Dienstag ging die Arbeit am Fundament weiter. Viel Eisen musste verlegt und verdrahtet werden und an einzelnen Stellen wurde sogar geschweisst.

Am Mittwoch ging es weiter mit Betonarbeiten. Am Morgen wurde zuerst die Schalung komplett fertiggestellt, denn der Beton war auf 14.00 Uhr bestellt. Diesmal erhielten wir ein Telefon, dass er schon eine Stunde früher kommt. Bis dahin musste alles bereit sein Es haben jeweils zwei oder drei zusammengearbeitet. Stück für Stück wurden zuerst Dachlatten auf den Beton geschraubt, in welche man die Halterung für die Schalung stecken konnte. Danach wurden die Schaltafeln hineingestellt. Damit diese überall schön parallel waren, wurden sie mit Verbindungseisen fixiert. Somit konnte der Beton eingefüllt werden.  

Eine Gruppe putzte in der Zeit im Dorf Maag das Gemeindehaus und machte es so für die nächste Kinderstunde bereit. 

Am Donnerstag wurde bei regnerischem Wetter die gesamte Schalung entfernt und gründlich geputzt. Nach rund sechs Stunden waren wir müde und durchnässt, aber auch zufrieden mit allem, was wir erreicht hatten.

Am Abend hiess es dann bereits wieder packen, denn am Freitagmorgen stand die Rückreise in die Schweiz an.  

Doch bevor es nach Hause ging, feierten wir zusammen mit den einheimischen Jugendlichen noch ihren wöchentlichen Grow-Abend (ähnlich einem JG-Abend bei uns) mit gemeinsamen Liedern, einem Input, Spielen und einem leckeren Dessert. 



Kinderstunde

Am Dienstagmorgen bereiteten einige aus der Gruppe die Kinderstunde in Saliste und Maag vor und führten diese am Dienstag- und Mittwochnachmittag auch durch. Während die Kinder kamen, wurde schon fleissig gespielt und gelacht. Sobald alle da waren, wurde eine Geschichte aus der Bibel erzählt oder ein kleines Theater aufgeführt. Dann wurde mit den Kinder ein Bibelvers auswendig gelernt und zum Schluss nochmals gesungen und gespielt.



Inputs

Jeden Abend nahmen wir uns Zeit für geistliche Gemeinschaft und einen kurzen Input. Diese Momente waren sehr unterschiedlich gestaltet:  Manchmal sprach jemand aus dem Leitungsteam, manchmal jemand aus der Gruppe oder jemand der sein Praktikum unserer Bibelschule im JME absolvierte.  


Heimreise und Rückblick

Am Freitagmorgen hiess es Abschied nehmen. Auf der Heimreise übernachteten wir in einem Hotel in Österreich. Nach dem Beziehen unserer Zimmer, machten wir einen ruhigen, wunderschönen Spaziergang und liessen die Woche gemeinsam Revue passieren. Da es am Samstag früh weiterging, gingen wir nach dem Abendessen direkt ins Bett.  

Dann war dieses besondere Lager auch schon wieder vorbei. Es waren Tage, an denen viel gearbeitet wurde – und genau deshalb viele kleine, Momente entstanden, die uns noch lange in Erinnerung bleiben. Besonders die Dankbarkeit haben wir mit nach Hause genommen. 


Daria Oppliger



 
 
 

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“Das Gebet ist die Beste Unterstützung, die die Heimatgemeinde leisten kann.”

Beat Matzinger, Missionar

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